Tickessa 0.9.0
Seit dem 4. September 2026 auf der Referenzinstallation und in der öffentlichen Dokumentation veröffentlicht.
Tickessa 0.9.0 ergänzt einen optionalen, bezahlten KI-Zugang über einen getrennten Tickessa-AI-Gateway-Dienst. Die Funktion ist nach Installation und Migration standardmäßig vollständig deaktiviert. Sie sendet keine E-Mail, aktiviert keine KI-Aufgabe und stellt ohne separat ausgegebene Instanzfreigabe keine Verbindung zu einem KI-Anbieter her.
Widerrufbare Instanzfreigabe statt Provider-Schlüssel
Die Kundeninstallation speichert eine Instanz-ID und ein einmal ausgegebenes Zugangstoken verschlüsselt. Der eigentliche Provider-Schlüssel bleibt ausschließlich im zentralen Gateway. Das Token kann rotiert oder widerrufen werden und gewährt nur Zugriff auf die vertraglich zugeordneten Funktions- und Modellprofile. Das Gateway ist kein offener Provider-Proxy.
Kontingent, Warnung und Hard Limit
Jede Organisation erhält einen Monatszeitraum mit enthaltenen Einheiten, einer Warnschwelle und einem harten Limit. Ein zusätzliches Budget wird nur nach ausdrücklicher Freigabe eingetragen; es entsteht nicht automatisch. Vor einem Provideraufruf reserviert das Gateway die benötigte Einheit atomar. Ist kein Kontingent mehr verfügbar, stoppt der Auftrag, bevor weitere Providerkosten entstehen.
Die Administration zeigt enthaltene, zusätzliche, verbrauchte, reservierte und verbleibende Einheiten. Tatsächlich gemessene Providerkosten werden separat in US-Dollar ausgewiesen, weil technischer Aufwand und vertragliche Kundeneinheit nicht dasselbe sind.
Keine Doppelberechnung bei Wiederholungen
Jeder lokale KI-Lauf besitzt eine stabile Auftragskennung. Eine Transportwiederholung verwendet dieselbe Kennung. Das Gateway liefert eine kurzzeitig verschlüsselt gespeicherte Antwort erneut aus, ohne einen zweiten Provideraufruf und ohne eine zweite Buchung. Dieselbe Kennung mit verändertem Inhalt wird abgelehnt.
Bleibt das Ergebnis eines Provideraufrufs technisch unklar, wird die reservierte Einheit nicht still freigegeben und der Auftrag nicht automatisch wiederholt. Ein Administrator gleicht den inhaltsfreien Nachweis mit der Providerabrechnung ab und markiert ihn danach ausdrücklich als berechnet oder freigegeben.
Ein regelmäßiger Cleanup behandelt auch Prozessabbrüche sicher: Vor dem Providerstart veraltete Reservierungen werden freigegeben; nach dem Providerstart veraltete Läufe bleiben reserviert und wechseln in den manuellen Abgleich. Ein bereits vor dem Providerstart am Hard Limit abgewiesener Auftrag darf nach ausdrücklich freigegebenem Zusatzbudget mit derselben Kennung erneut versucht werden.
Datenschutz und Abgrenzung
Die dauerhaften Gateway-Protokolle enthalten Organisation, Instanz, Funktion, Modellprofil, Mengen, Kosten, Status und Zeitpunkte. Prompts, Tickettexte, E-Mail-Adressen und Antworten gehören nicht in Verbrauchs- oder Auditprotokolle. Eine erfolgreiche Antwort liegt nur für das begrenzte Wiederholungsfenster verschlüsselt vor und wird anschließend gelöscht.
Das Vertriebs- oder Lizenzsystem verwaltet den Anspruch, aber keine dauerhaften Ticket- oder E-Mail-Inhalte. Provider-Schlüssel, andere Organisationen und deren Kontingente sind für eine Kundeninstallation nicht erreichbar.
Sicherer Ausfall und Rückfall
Bei Widerruf, fehlendem Anspruch, Rate-Limit oder Hard Limit bleibt die manuelle Ticketarbeit erhalten. Ein Wechsel zu einem eigenen BYOK-Anbieter findet nur statt, wenn dieser Anbieter, die Aufgabe, der Fallback und die betroffenen Datenkategorien vorher ausdrücklich freigegeben wurden. Ansonsten bleibt die KI-Aufgabe aus.
Eine gespeicherte Gateway-Kopplung aktiviert niemals den automatischen E-Mail-Versand. Antworten bleiben weiterhin Vorschläge mit dem normalen menschlichen Sendevorgang.
Technische Änderungen
- Migration
027_tickessa_ai_gateway.sqlergänzt den neuen Projektmodus, die verschlüsselte Anbieterbindung, lokale Verbrauchssnapshots und Gateway-Verweise in KI-Läufen. - Ein eigener zentraler Dienst verwaltet Instanzberechtigungen, Kontingente, Rate- und Größenlimits, idempotente Buchungen, Provider-Istkosten sowie inhaltsfreie Abgleiche.
- Der Release-Bau enthält Migration 027 und die getrennte Gateway-Betriebsanleitung.
- Automatisierte MariaDB-Tests decken Organisationsisolation, erlaubte Funktionen, einmalige Buchung, Warnung, Hard Limit, mehrdeutige Ergebnisse, Abgleich, Ablauf des Antwortcaches und Widerruf ab. Ein synthetischer Lastlauf bestätigte 50 abrechenbare Aufträge und 20 Netzwerk-Wiederholungen ohne Doppelaufruf oder Doppelbuchung. Dabei wurden weder echte Provider aufgerufen noch E-Mails versendet.
Vollständige Bedien- und Sicherheitsanleitung: Tickessa AI mit Kontingent.